Ein bisschen sehr blau, aber trotzdem tolle Flüge

Zuallererst ist es wirklich wunderbar, dass diese Saison überhaupt stattgefunden hat! Nachdem die letzte Saison der Pandemie zum Opfer gefallen war und auch diese Saison lange auf der Kippe stand und viele Gäste bis kurz vor dem Herflug noch zitterten, war dann bei allen die Erleichterung zu spüren, als am 5. November die ersten Flüge gemacht werden konnten. Der Beginn der Saison war auch so, wie das alle Piloten und Pilotinnen eigentlich erwarten: hohe Basis, starke Steigwerte und überall verteilt die wunderschönen Cumulanten und das über einem recht großen Bereich der Kalahari.

Allerdings blieb das nicht lange so. Es gab in der gesamten Saison viele Tage mit wenig Wolken und dementsprechend abgespeckten Höhen und Steigwerten. Vielfach ging der Weg nach NE. „Gobabis“ war das Zauberwort morgens beim Wetterbriefing. Allerdings war es häufig so, dass ab dort die Verhältnisse schlagartig ziemlich gut wurden. So entdeckten viele ganz neue Wendepunkte und machten sich auf nach Epukiro, Otjinene und Okakarara – weit in den Norden. Anschließend wurde versucht, soweit wie möglich nach Süden zu fliegen, um noch ein bisschen was Dreieckartiges zu erfliegen.

Die Tage, an denen anderes möglich war, blieben aber besonders in Erinnerung, z. B. der 13. November, wo „die Kante ein bisschen ging“: Strecken mit mehr als 200 km ohne Kreis waren da möglich. Oder der 1. Dezember, wo eine Diagonale weit nach SE stand und viele ein gutes Stück südlich von Mata Mata erst wendeten. Es gab viele Tage, an denen sich im Osten an der Wolkenkante eine Konvergenz bildete und so recht komfortables Fliegen möglich war. Besonders waren auch die Flüge, die um die Kontrollzone von Windhoek herum gemacht wurden. Ein ganz besonderes Erlebnis, weil das nicht häufig möglich ist.

Erstaunlich war, dass trotz der vielen blauen Tage doch recht viele große Strecken zusammenkamen: Es gab 61 Strecken größer als 1000 km und davon 2 über 1.300 km (beide von Alexander Müller geflogen) und 10 über 1.200 km. Obwohl sich Corona noch einmal in das Geschehen einmischte durch die Rückreise-Probleme wegen der in Südafrika entdeckten Omikron-Variante (es sei nochmal betont, dass es in Pokweni keinerlei Krankheitsfälle gab, weil alle sehr vorsichtig waren), hat sich das auf die Gesamtstatistik nur wenig ausgewirkt: Insgesamt waren es am Ende 271.587,23 km bei 356 Flügen von 36 Pilot*innen (in der Saison 2019/20 waren es ca. 30.000 km mehr bei über 400 Flügen und 55 Pilot*innen). Also kann man am Ende doch sehr zufrieden sein.

Vor allem ist alles ohne Unfall abgegangen. Auch Probleme mit Motoren, die schon mal zu Ausfällen führen können, gab es nahezu nicht. An einigen Tagen war die Landesituation (wegen des abendlichen starken Westwindes) mehr als anspruchsvoll, aber alle haben das gut gemeistert. Und so kann man sich schon heute auf eine neue Saison freuen…

Der Flugplatz

Der Flugplatz besteht aus der knapp 2,7 km langen Bahn (Richtung: 35 bzw. 17) und der Pfanne (Richtung: 23 bzw. 05).

In Verlängerung der Startbahn 35 findet sich eine 50 m breite und 1400 m lange Notlandebahn, so dass bei einem etwaigen Motorausfall eine Landung geradeaus problemlos möglich ist.

Pokweni liegt in einer Höhe von 1.250 m und hat die Koordinaten S 23° 39' 00'' E 17° 43' 48''.

Gestartet wird normalerweise auf der 35. Das Besondere der Starts auf der 35 ist, die hohe Festigkeit der Pfanne, die völlig hindernisfrei und vollkommen ohne Steine eine schnellere Beschleunigung ermöglicht.

Bei starkem Wind aus der entsprechenden Richtung können die Einsitzer auch schon mal auf der 05 bzw. der 23 starten. Zur Landung stehen alle Bahnen zur Verfügung, bevorzugt wird abends oft die 05.

Auch wenn die Pfanne mal nach einem großen Schauer voll Wasser gelaufen ist, ist das Fliegen in Pokweni kein Problem. Gestartet und gelandet wird dann auf der langen Bahn (35 bzw. 17) und über einen Bypass werden die Flugzeuge vom Schattennetz dorthin gebracht.

Schattennetz schützt vor der Sonne

Seit nun schon mehr als zehn Jahren gibt es ein Schattennetz, unter dem die Flugzeuge stehen können.

Dies ist für die Flugvorbereitung sehr praktisch. Nimmt das Schattennetz doch etwa 60 % der Sonnenstrahlung auf. So können die Piloten in aller Ruhe alles Notwendige erledigen - im Schatten.

Natürlich sind auch die Flugzeuge auf diese Weise besser vor der UV-Strahlung geschützt.

Im Herbst 2018 wurde das Schattennetz noch einmal um 60 m verlängert,
so dass jetzt wirklich für alle Flugzeuge Platz ist. Insgesamt sind es
jetzt 330 m Schattennetz.

Luftraum aktuell

Inzwischen haben sich die Luftraumstrukturen in Namibia gefestigt und es gibt einen klaren Rahmen. Grundlage ist das Segelfluggebiet (Gliding Area) , das bis zu FL 195 reicht. Darin einige TMZs, die nur mit Transponder und Hörbereitschaft beflogen werden dürfen.

Was jetzt wieder möglich ist, ist das Verlassen des Segefluggebietes nach Norden bis zu FL 145 (Achtung!). Mit etwas Umsicht lassen sich dadurch schöne Flüge gestalten.

Der Einflug nach Botswana ist bis zu 2 1/2° gestattet und der Südafrika-Zipfel bis zum Lendpas ist ebenfalls befliegbar. Beide Bereiche bis FL 195.

Genaue Einzelheiten finden sich auf der Seite der SSN (Soaring Society Namibia). Dort finden sich alle Angaben und auch Dateien zum Herunterladen (s. Links).